Die Autorität des Dokumentarischen regelt und kontrolliert die Produktion von Wissen und definiert kollektive und individuelle Aneignungsprozesse von Wirklichkeit. Mit dem Anspruch der Gegenwartskunst auf Vermittlung und Bearbeitung dieser Wirklichkeit haben dokumentarische Formen mindestens seit den 1990er Jahren eine enorme Relevanz erlangt.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Wahrheitsdiskurses hat diese sich zusätzlich gesteigert und formuliert sich im Anspruch, in konkrete soziale und politische Konstellationen einwirken, aber auch eine eigene Rhetorik der Wahrheit artikulieren zu wollen.
Unter anderem mit der These, dass dokumentarische Arbeiten nicht auf ihre Darstellung von Wirklichkeit hin befragt werden müssen, sondern auf eben diese Wahrheitsrhetorik wollen wir mit Künstler*innen in Gespräch kommen. Nicht wie akkurat oder korrekt, sondern in welcher politischen Weise beziehen sich deren Arbeiten auf die Wirklichkeit?

Die Videokünstlerinnen und Filmemacherinnen Amel Alzakout und Clemens v. Wedemeyer sowie der Aktionskünstler Mischa Leinkauf reflektieren im Rahmen von paradoks 2019 unter Moderation von Inga Brantin (GEGENkino) und Jonas Matauschek (FILZ) und unter Einbeziehung konkreter Arbeiten ihre ästhetischen Techniken, etwa, welche Bedeutung, Verfremdung, Imagination oder Gegeninformationen und Aktivismus in ihnen einnehmen.

Deutsch mit englischer Flüsterübersetzung
Sonntag, 27.10 um 16 Uhr im Petersbogen
Petersstraße 36-44