Fast zwei Drittel der Einwohner*innen Sachsens leben in Kleinstädten und ländlichen Gebieten. Die Entwicklungen hier und in den urbanen Ballungszentren driften zunehmend auseinander. Dies betrifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch und gerade die soziale und kulturelle Sphäre. In den vergangenen 10 Jahren verlor Sachsen 19 Prozent seiner Kinos – ausnahmslos an Standorten unter 50.000 Einwohnern. Mit den Spielstädten stirbt nicht nur eine Kulturform, sondern auch eine wichtige Möglichkeit der gesellschaftlichen Begegnung und Teilhabe, in der „Kino in Bewegung" eine der Grundlagen unserer demokratischen Kultur sehen.

„Kino in Bewegung“ ist eine Initiative von Lehrenden, Studierenden und Ehemaligen der Leipziger Kunsthochschule. Zusammen mit engagierten lokalen Akteuren organisieren wir zwischen Mai und Dezember 2019 Filmveranstaltungen in verschiedenen Orten Sachsens. Das Projekt will einen kulturellen Dialog zwischen urbanem und ländlichem Raum herstellen. Die Vorführungen sind mit moderierten Filmgesprächen verbunden, die ausgehend von den konkreten Filmen Diskussionen über Haltungen, Bedürfnisse und Werte initiieren.

Kino in Bewegung